Vernichtung der Deutschen Sprache - Anglifizierung und linguistische Verwahrlosung

Schpinnenmann

Ledersockenstreicher
Ich war deutlich überrascht, dass noch nie jemand dieses Problem angesprochen hat, obwohl es ein Thema betrifft, welches auf uns alle Auswirkungen nimmt.

Der ständige Fluss an englischen Wörtern in die deutsche Sprache sollte ganz sicher nicht so überraschen, wenn man sich unserem Status in der Politik nach 1945 bewusst ist, und nicht nur unseren Status, sondern die der anderen europäischen und asiastischen Nationen, welche unter der Hegemonie des Regimes in Amerika stehen. Der Einfluss des amerikanischen Englischen hielt sich hierbei jedoch relativ in Grenzen, wenn man es mit Heute vergleicht.
Meinen Einschätzungen nach hat es seit mindestens 2010, eine wirkliche Flut an fremden Begriffen aus der Anglosphäre gegeben. Nicht nur Begrife, wo es im Deutschen kein direktes Equivalent gibt, sondern Wörter für welche es bereits ein einheimisches Wort längst gibt und dieses einfach durch das Englische Wort ersetzt wird. So manch ein Begriff ist ganz sicher hilfreich in Memerei und anderem Gescherze, aber wenn fast jedes fünfte Wort einfach englisch ist, oder unironisch ganze Sätze und Phrasen kopiert werden und unharmonisch wie ein Rechteck in eine Kreisform gepresst werden, dann ist das mega schwul, gigaschwul, endschwul. Oder wie ich es schon beschrieben habe...

Deutschland ist übrigens nicht die einzige Nation mit diesem kulturell unterwandernden Einfluss der Englischen Sprache, wo die einheimischen Sprachen zersetzt werden, sondern dies gibt es auch in Brasilien und Portugal, Lateinamerika und Spanien, Italien, Niederlande, Norwegen, Schweden und Dänemark (Skandinavische Länder scheinen besonders betroffen zu sein, weil sie fremde Filme nicht einheimisch vertonen, sondern mit Untertiteln zu englischem Ton sehen), und vor allem Japan, wo Anglizismen bereits 10% des gesamten Wortschatzes ausmachen (Stand 2012).

Selbst in rechten Kreisen höre ich nun öfters das Verwenden von englischen Begriffen und Phrasen, welche jedoch unnötig waren und durch deutsche Equivalente ganz einfach hätten ausgedrückt werden können. Wenn also diese Entwicklung so weitergeht, und das wird sie wohl, dann denke ich, dass in naher Zukunft einer der letzten Stücke, woran wir unsere Kulturelle Identität ausdrücken können, einfach verschwindet, nicht mit einem Knall und lautem Donnern, sondern mit einem müden Seufzen und einem zurückgetretenem Versinken wie in einem Moor.
Olaf Scholz bezeichnete unser Land als Einwanderungsland und ich traue es auch vollkommen der uns offen feindlich gesonnenen Herrscherklasse zu, dass sie baldig sagen werden, dass die Deutsche Sprache eigentlich garnicht existiert, weil jetzt ist der englische Wortschatz halt da, zusammen mit türkischem und arabischem Substrat darin -
"Sprache ist nur ein soziales Konstrukt.", wird es heißen, "Sprache entwickelt sich, ganz genau wie Nationen.", "Sprache ist lebendig und braucht keinen Schutz.", wird euch der austauschbare Anzuträger-Schauspieler Nr.11283948155 erzählen.

Habt ihr in eurer Umgebung auch übergreifende Anglifizierung und sprachliche Verwahrlosung eurer Muttersprache wahrgenommen, oder andere Meinungen zu dem Thema?
 

BrummKreisel

Gesandter Shlomos alayhi s-Salām
Elitendenken.. wird hier vermutlich wenig Anklang finden .. Wirkt angesichts der physischen Bedrohungen und störenderen audio-visuellen Belästigungen auf die meisten sicherlich wie das Nörgeln über zu stark sprudelnden Sekt.. Am Ende erzählst du dem einfachen Volksschüler noch, das Worte zu Taten führen.. weil die Sprache das Bewußtsein formt.. oder andere linksversiffte Verschwörungstrohmänner..

Aber mal unter uns eingeweihten Supernazis: Wieviel Deutschtümelei können wir uns angesichts der angestrebten Neufärbung dieser Welt wohl noch leisten? - Sicher ein erfüllendes Hobby, die Zunge unserer Vorfahren zu pflegen und mit Bedacht weiter zu entwickeln, aber viel mehr Wert sehe ich in unserer derzeitigen Situation darin nicht!

Und hey, wo es passt, schöne deutsche Worte und Sprüche finden oder gar neu schöpfen und offensiv als Alternative anbieten, nur eben nicht aus Prinzip & belehrend, sondern aus Liebe und begeisternd!
 

Djonni Makrowiz

Ledersockenstreicher
Gut diese Affen, die hörbar bewusst zu viele Anglizismen benutzen, sind peinlich. Die wollen zwanghaft cool klingen aber wer über zu viel Denglisch schimpf, hat noch nie in Frankfurt am Main gelebt.
Die Leute da sondern die ekligste Variante des Kanak Spachs ab, die überhaupt möglich ist. Dagegen ist Denglisch ein Hörgenuss.

Mögliche Zukunft der deutschen Sprache:

 

Dr. Pepe

Ledersockenstreicher
Dieses Phänomen beobachte ich auch schon längerer Zeit mit Sorge. Gerade in den angeblich so rechten Kreisen erschüttert es mich, auch wenn mir die Gründe bekannt sind.
Meistens werden englischsprachige Youtube-Videos konsumiert, egal ob es belanglose Katzenvideos sind oder tiefgründige philosophische oder politische Videos. Es läuft wie fast immer. Bei anspruchsvolleren Inhalten werden zunächst die (Fach)begriffe übernommen, die an anderer Stelle nicht vorkommen. Selbst wenn es deutsche Begriffe dafür gibt, werden die englischen verwendet, da sie einem als erstes einfallen, da zuletzt gehört. Es gab mal Zeiten, da haben die Deutschen neue Fachbegriffe geprägt, zu denen es bis heute kein englisches Pendant gibt. Bei leichter Kost (wie auch Memes) wird mit den Wörtern oder Sätzen ein Gefühl vermittelt, das nur mit dem englischen Ausdruck wieder aufkommt, also wird dieser auch verwendet. Und so schleichen sich nach und nach immer mehr englische Begriffe ein.
Hinzu kommt, neue Begriffe sind immer toll, denn Neues ist generell "cool". Früher sind allerdings neue Begriffe aus sich heraus entstanden, heute werden sie aus dem Englischen übernommen.

Dem Normie ist alles egal, der denkt nicht darüber nach, wie Sprachen überhaupt funktionieren und welchen Einfluss sie auf die Kultur, unser Denken und unser Handeln haben. Die "Rechten" wiederum sind größtenteils nicht rechts, sondern liberal, womit ihnen im Grunde ebenfalls alles egal ist, so lange sie tun und lassen können, was sie wollen. Sie meiden Anstrengung und damit wie der Normie über Sprachen nachzudenken und selbst wenn sie drauf aufmerksam werden, meiden sie die Anstrengung, die damit verbunden wäre hier für sich selbst gegenzusteuern. Und kaum etwas hassen "Rechte" mehr als Boomer. Wer noch einwandfrei Deutsch spricht, der ist ein Boomer, der das tolle Internet mit seinen Memes und der (englischen) Kultur gar nicht kennt und nie verstehen wird. Du willst doch kein Boomer sein, oder? Also sprich nicht wie ein Boomer!

Die Wenigsten verstehen, dass die Bedeutung von Wörtern einfach nur das Produkt aus Erfahrungen ist, damit wandelbar ist und nicht fest mit einem Wort verbunden ist. Ein Wort erscheint vor allem dann unpassend, wenn es keiner für die Situation/Bedeutung verwendet, inkl. einem selbst.

Ich persönlich gehe damit schon seit einiger Zeit bewusst um. Wenn ich mich dabei ertappe, dass ich ein englisches Wort benutze, dann frage ich mich nach einem deutschen Pendant und wenn mir spontan keins einfällt, suche ich bei Gelegenheit im Internet. Wenn ich keinen äquivalenten deutschen Ersatz finde, verwende ich das englische Wort. Wenn es keine deutsche Entsprechung gibt, habe ich est einmal kein großes Problem damit es zu verwenden, denn in einem geringen Umfang ist das vertretbar. Das mache ich nicht nur für meine eigene Sprache, sondern auch, weil andere wiederum meine Sprache sehen bzw. lesen, siehe vorheriger Absatz.
Und ich gehe hin und wieder anderen Menschen auf den Zeiger, indem ich sie mit deutschen Wörtern korrigiere und natürlich ab und zu mal Sprachen und den Einfluss erkläre. Da macht man sich natürlich keine Freunde mit, weshalb das nur bei denen geht, die schon Freunde sind.
 

Brutus509

Nestarchitekt
Das Problem gab es schon mal mit dem Ümbernehmen von Französischen Worten in die Deutsche Sprache, damals bildeten sich spezielle Vereine zum Erhalt der Deutschen Sprache.
Ich bezweifel aber, dass das bei unserem Linken Zeitgeist möglich ist.
 

FotzenZerficker

Gesalbter Bienenmärtyrer
Gut diese Affen, die hörbar bewusst zu viele Anglizismen benutzen, sind peinlich. Die wollen zwanghaft cool klingen aber wer über zu viel Denglisch schimpf, hat noch nie in Frankfurt am Main gelebt.
Die Leute da sondern die ekligste Variante des Kanak Spachs ab, die überhaupt möglich ist. Dagegen ist Denglisch ein Hörgenuss.

Mögliche Zukunft der deutschen Sprache:

Das ist noch gar nichts, das sind ja wenigstens Kanacken, hast du mal ne Deutsche so reden hören? Da zieht sich alles zusammen! :rage:
 

Shonex

Ledersockenstreicher
Man mags kaum glauben aber ich war mal auf einer Sprachenschule. Da kommt ja so ne Thematik auch vor. Am Ende gibts gibts unzählige Sprachen die bereits ausgestorben sind. Von Dialekt will ich erst gar nicht anfangen. Und auch das wird Deutsch irgendwann ereilen. Auch wenn wir das nicht mehr erleben werden.
Sprache befindet sich immer im Wandel. Überlegt nur mal, wie man noch vor 100 Jahren gesprochen hat.
Linke meinen natürlich sie können sowas steuern...wie mit dem Gendergaga zb. weil man versucht es zur Pflicht zu machen aber am Ende wirds nicht gelingen.
Das wird sich von sich aus entwickeln und da die Biologie die besseren Argumente hat, wird sich dieser Genderbullshit vermtulich eh nicht durchsetzen. Am Ende
bestimmen immer noch unsere Triebe einen Großteil des Verhaltens. Auch wenn wir es versuchen zu verklären... ?
 

Blumenbiene

Honiggarde
Ich glaube nicht, dass die Sprachverpanschung an der US-amerikanischen Besatzung liegt, sondern präzieser am Weltenbürgertum (im freien Markt), das auch in den USA einen seiner Ursprünge hat.
In internationalen Unternehmen ist Englisch Standardsprache. In Abteilungen von BMW, Infinion und Microsoft weiß ich aus erster Hand, dass dort nur noch in den Gängen gelegentlich mit Landsleuten deutsch gesprochen wird.
Für einige Teile der deutschen Bevölkerung gehört es zum Berufsalltag, englisch zu sprechen und mit Menschen aller Herren Länder zusammenzuarbeiten. Da wird die Herkunft auch mal auf ein Klischee verkürzt und kulturelle Unterschiede ausgeblendet oder mangels Pflege geht das Wissen über die eigene Identität verloren. Mit ordentlich Geld vergisst auch der Iraner und der Israeli in der bayerischen Niederlassung seine kulturellen Unterschiede.
 

Dr. Pepe

Ledersockenstreicher
Aber mal unter uns eingeweihten Supernazis: Wieviel Deutschtümelei können wir uns angesichts der angestrebten Neufärbung dieser Welt wohl noch leisten? - Sicher ein erfüllendes Hobby, die Zunge unserer Vorfahren zu pflegen und mit Bedacht weiter zu entwickeln, aber viel mehr Wert sehe ich in unserer derzeitigen Situation darin nicht!
Wenn es schon eine kaum noch leistbare Anstrengung ist die eigen Sprache zu sprechen, dann kommt das einer Kapitulation gleich. Ich würde ja scherzhaft überspitzt sagen, dass wir es uns gerade nicht leisten können unsere Gene weiterzugeben, aber leider ist das schon lange Realität.
In der Regel muss ich mich nicht bemühen Deutsch zu reden und nicht in Anglizismen zu verfallen und das sollte der Sollzustand sein. Das erinnert mich an die Kinder, die in Chats auf Korrekturen ihrer erbärmlichen Rechtschreibung und Garmmatik entgegnen, dass sie doch nicht in der Schule seien. Wenn du dich anstrengen musst, um einen ordentlichen deutschen Satz zu schreiben, ist das ein Anzeichen dafür, dass hier ein erheblicher Nachholbedarf besteht.

Das Problem gab es schon mal mit dem Ümbernehmen von Französischen Worten in die Deutsche Sprache, damals bildeten sich spezielle Vereine zum Erhalt der Deutschen Sprache.
Ich bezweifel aber, dass das bei unserem Linken Zeitgeist möglich ist.
Das ist ein häufiges Argument derer, die meinen, Deutsch, Deutschland und Deutsche sollen doch aussterben und diesen Wandel hätte es schon immer gegeben. Also stellt euch mal nicht so an. Ich gehe davon aus, dass der Umfang und die Geschwindigkeit beim Französischen viel langsamer bzw. kleiner war als heute mit dem Englischen.
 

Mortified Penguin

Ledersockenstreicher
Wenn es schon eine kaum noch leistbare Anstrengung ist die eigen Sprache zu sprechen, dann kommt das einer Kapitulation gleich. Ich würde ja scherzhaft überspitzt sagen, dass wir es uns gerade nicht leisten können unsere Gene weiterzugeben, aber leider ist das schon lange Realität.
In der Regel muss ich mich nicht bemühen Deutsch zu reden und nicht in Anglizismen zu verfallen und das sollte der Sollzustand sein. Das erinnert mich an die Kinder, die in Chats auf Korrekturen ihrer erbärmlichen Rechtschreibung und Garmmatik entgegnen, dass sie doch nicht in der Schule seien. Wenn du dich anstrengen musst, um einen ordentlichen deutschen Satz zu schreiben, ist das ein Anzeichen dafür, dass hier ein erheblicher Nachholbedarf besteht.

Was ist heute den die eigene Sprache? In den Bereichen, wo ich aktuell beruflich unterwegs bin, gibt es einfach für Vieles gar keine deutschen Begriffe mehr. Bzw. diese sind so, unbekannt, dass damit niemand es anfangen kann. Dementsprechend läuft natürlich auch die Ausbildung in diesen und weiteren Bereichen ab.

Und da mich dies doch regelmäßig beschäftigt, ist dies irgendwo leider Teil meines Alltages geworden.

Ich möchte an dieser Stelle mal einen sehr unvollständigen, subjektiven Überblick zur deutschen Sprachen:
Mittelalter: Deutsch als lingua franca im Hanseraum. Geschäfte wurden damals auf Deutsch abgewickelt. (oder "auf deutsch" nach alter Rechtschreibung :rage: ) Also jedenfalls die deutsche Sprache der damaligen Zeit welche deutsche Sprache, dass auch immer war.

1871 Reichsgründung, also Entwicklung im Staatswesen, Technik, Wissenschaft und Industrialisierung ...
Jahrhundertwende: Regelung und Normung einer deutschen Rechtschreibung
WK1 verloren
Missbrauch der dt. Sprachen unter den Nationalsozialisten

WK2 verloren und damit Brain Drain (durch Emigration) von Wissenschaftlern (Einstein, von Braun[ähm übrigens Hochstapler: https://wrint.de/2019/01/15/wr903-wernher-von-braun/ oder https://zur-kritik-an-wernher-von-braun.de/ ] und auch die Verlagerung der Wissenschaftssprache vom Deutschen weg zum Englischen. Und Unterfinanzierung von Universitäten und Forschungseinrichtungen, das kann doch nicht funktionieren wenn alles mit Etikett "menschengemachter Klimawandel", "Alzheimer" bevorzugt wird und der Rest leer ausgeht. Und die Bürokratie ist bestimmt auch nicht weniger geworden, ich will gar nicht wissen wie viel Bullshit-Arbeit heute erledigt werden muss. Naja irgendwo sind die Nobelpreise ja hin abgewandert.

DDR-Sprache: Ich denke da an sowas wie "Plaste", "Elaste" oder "Broiler"
Rechtschreibreform; ich hatte selbst während meiner Schulzeit, ja "dass" und "daß" wären wohl eher die harmloseren Beispiele. Rechschreibfrieden war das Zauberwort.

Englisch ist nun mal irgendwo die Sprache der Siegermächte. Und das hat sich nun mal in Wirtschaft, Wissenschaft, ... durchgesetzt. Latein war auch lange die einzige Sprache der Kirche.

Und ganz ehrlich: Wie nennt ihr euer Mobiltelefon? iPhone? Smartphone? Handy? - Ich habe mir tatsächlich "Telefon" angewöhnt. Auch wenn es mittlerweile ein, wie Konrad Zuse sagen würde, "Rechner" ist. [PS: Amüsantes Erlebnis aus meinem 15 Lebensjahr - Habe in England in einem Laden nach "Handy-Cards" gefragt. Ich wollte eigentlich eine SIM-Karte kaufen, hatte aber nach einem "Handjob" gefragt. Allgemeines Gelächter, bei Verkäufer und Kunden]

Und dank Reklame und Vermarktung (Marketing - hust) sind englische Worte heute überall präsent. Nach https://www.grin.com/document/364698 Punkt 3.1 stieg Ende der 80er Jahre der Englischanteil von 2% auf 30% ab dem Jahr 2000. (Diese Thesis https://monami.hs-mittweida.de/frontdoor/deliver/index/docId/2434/file/BACHELORARBEIT.pdf ist auch interessant zu dem Thema)
 

Schpinnenmann

Ledersockenstreicher
Was ist heute den die eigene Sprache? In den Bereichen, wo ich aktuell beruflich unterwegs bin, gibt es einfach für Vieles gar keine deutschen Begriffe mehr. Bzw. diese sind so, unbekannt, dass damit niemand es anfangen kann. Dementsprechend läuft natürlich auch die Ausbildung in diesen und weiteren Bereichen ab.

Und da mich dies doch regelmäßig beschäftigt, ist dies irgendwo leider Teil meines Alltages geworden.

Ich möchte an dieser Stelle mal einen sehr unvollständigen, subjektiven Überblick zur deutschen Sprachen:
Mittelalter: Deutsch als lingua franca im Hanseraum. Geschäfte wurden damals auf Deutsch abgewickelt. (oder "auf deutsch" nach alter Rechtschreibung :rage: ) Also jedenfalls die deutsche Sprache der damaligen Zeit welche deutsche Sprache, dass auch immer war.

1871 Reichsgründung, also Entwicklung im Staatswesen, Technik, Wissenschaft und Industrialisierung ...
Jahrhundertwende: Regelung und Normung einer deutschen Rechtschreibung
WK1 verloren
Missbrauch der dt. Sprachen unter den Nationalsozialisten

WK2 verloren und damit Brain Drain (durch Emigration) von Wissenschaftlern (Einstein, von Braun[ähm übrigens Hochstapler: https://wrint.de/2019/01/15/wr903-wernher-von-braun/ oder https://zur-kritik-an-wernher-von-braun.de/ ] und auch die Verlagerung der Wissenschaftssprache vom Deutschen weg zum Englischen. Und Unterfinanzierung von Universitäten und Forschungseinrichtungen, das kann doch nicht funktionieren wenn alles mit Etikett "menschengemachter Klimawandel", "Alzheimer" bevorzugt wird und der Rest leer ausgeht. Und die Bürokratie ist bestimmt auch nicht weniger geworden, ich will gar nicht wissen wie viel Bullshit-Arbeit heute erledigt werden muss. Naja irgendwo sind die Nobelpreise ja hin abgewandert.

DDR-Sprache: Ich denke da an sowas wie "Plaste", "Elaste" oder "Broiler"
Rechtschreibreform; ich hatte selbst während meiner Schulzeit, ja "dass" und "daß" wären wohl eher die harmloseren Beispiele. Rechschreibfrieden war das Zauberwort.

Englisch ist nun mal irgendwo die Sprache der Siegermächte. Und das hat sich nun mal in Wirtschaft, Wissenschaft, ... durchgesetzt. Latein war auch lange die einzige Sprache der Kirche.

Und ganz ehrlich: Wie nennt ihr euer Mobiltelefon? iPhone? Smartphone? Handy? - Ich habe mir tatsächlich "Telefon" angewöhnt. Auch wenn es mittlerweile ein, wie Konrad Zuse sagen würde, "Rechner" ist. [PS: Amüsantes Erlebnis aus meinem 15 Lebensjahr - Habe in England in einem Laden nach "Handy-Cards" gefragt. Ich wollte eigentlich eine SIM-Karte kaufen, hatte aber nach einem "Handjob" gefragt. Allgemeines Gelächter, bei Verkäufer und Kunden]

Und dank Reklame und Vermarktung (Marketing - hust) sind englische Worte heute überall präsent. Nach https://www.grin.com/document/364698 Punkt 3.1 stieg Ende der 80er Jahre der Englischanteil von 2% auf 30% ab dem Jahr 2000. (Diese Thesis https://monami.hs-mittweida.de/frontdoor/deliver/index/docId/2434/file/BACHELORARBEIT.pdf ist auch interessant zu dem Thema)

Die englische Sprache scheint in Deutschland eine vermeintlich steigende Anziehungskraft auszuüben, die der jeweiligen Dienstleistung beziehungsweise dem Produckt zu Gute kommen soll. Englische Slogans sollen Internationalität, Größe und Weltoffenheit demonstrieren, der Konsument soll sich ebenfalls international und modern fühlen.

(...)


S. 43
Wolf Schneider, deutscher Journalist, Sachbuchautor, Sprachkritiker und Mitgründer der „Stiftung deutsche Sprache“ und der Aktion „Lebendiges Deutsch“ spricht sich ganz klar gegen das Anglisieren der deutschen Sprache aus. Er schreibt in seinem Buch „Speak German!“ aber auch, dass es selbstverständlich auch nützliche englische Begriffe gibt, auf die auch er nicht verzichten möchte. „Also weg mit allem, was wir aus dem Englischen übernommen haben? Um Gottes willen – nein! Jede Deutschtümelei, jede Hexenjagd auf Anglizismen wäre weltfremd, hinterwäldlerisch und einfach albern. Es geht nur darum, sich zwei schlichten Wahrheiten zu öffnen. Zum Ersten: Kein Wort ist deshalb schlecht, weil es aus einer anderen Sprache stammt. Die Wörter Fenster, Balkon und Schokolade haben wir aus Rom, Paris und Mexiko importiert, und um nichts wären sie uns willkommener, wenn wir sie von den alten Germanen geerbt hätten. Zum Zweiten: Auch gut ist ein Wort nicht schon deshalb, weil wir es aus dem Englischen übernommen haben. Dieser zweiten Wahrheit aber bläst Deutschland der Wind ins Gesicht.

Er schreibt weiter, dass abgewägt werden müsse zwischen praktischen Importen wie Job, Start, Team, Sex „und solchen, die ein pseudo-kosmopolitisches Imponiergefasel sind“ und spielt auf Begriffe wie Human Resources Department an oder den Content Management Code System Administrator der Deutschen Post. 85 Auch Dieter E. Zimmer teilt diese Meinung.
Anglizismen seien unwiderruflich in die deutsche Sprache gebracht, wichtig sei nur, sie auch richtig zu integrieren. „Der deutsche Fremdwortbegriff, hinter dem eine illusionäre Vorstellung von sprachlicher Reinheit steht, führt uns in die Irre. Wir sollten endlich einsehen, dass wir ein Einwanderungsland sind und schon immer waren. Aber die Fremdwörter müssen sich grammatisch integrieren lassen! Viel von dem crazyn trendyen downgeloadeten und geupdateten Material ist kaum integrierbar und müsste wieder outgesourct werden.“




Ich habe diesen Text jetzt schon 5-mal gelesen und ich kann immernoch nicht erkennen, ob seine Argumentation hier einfach nur Satire war, oder das seine wirkliche und echte Meinung ist. Wenn man bedenkt, dass wir inzwischen selbst Nandus als Flüchtlinge in unsere Tierwelt aufnehmen, dann kaufe ich ihm das ab.
Anglizismen welcome. Kein Anglizismus ist illegal.









(...)

S. 47
Ein Durchschnittssprecher verwendet den Schätzungen nach 12.000 bis 16.000 Wörter, von denen 3.500 Fremdworte sind. 94 Warum haben die Deutschen sich der englischen, der amerikanischen Invasion so viel bereitwilliger geöffnet als Franzosen, Spanier, Italiener? Das Deutsche ist mittlerweile mit so vielen englischen Begrifflichkeiten bestückt, dass sich kaum mehr ein Lebensbereich ausmachen lässt, der ohne Anglizismen auszukommen scheint. Die Gründe dafür sind vielschichtig. Ebenso die Meinungen zu diesem Thema. Die einen sehen Anglizismen als Chance, die anderen als Risiko und Bedrohung des Kulturgutes Sprache. (vgl. Fluch oder Segen?)


„Das „Anglizismenfieber“ hat zwar mehrere Gründe, diese lassen sich aber letzten Endes auf zwei grundlegende reduzieren. Als eine Ursache mag ein sprachlich-kulturelles Minderwertigkeitsgefühl zum Tragen kommen, welches gepaart ist mit der Bewunderung für das in jeder Lebenslage für besser und moderner erachtete Englisch. Die zweite Ursache ist das gekonnte Marketing und die Ideologisierung des Englischen als Sprache des modernen Menschen schlechthin, ebenfalls gepaart mit einer machtpolitischen, aber in der Regel verdeckten Strategie zur Verankerung dieser Sprache in bisher noch nicht ausreichend anglisierten Räumen.“

Wolf Schneider, ehemaliger Chefredakteur der „Welt“ ist sich sicher, dass Deutschland „unter dem Desaster der Nazijahre“ leidet und noch nie stolz war auf die Muttersprache, „wie es für die Franzosen selbstverständlich ist“, das sei „noch nie deutscher Stil“ gewesen. Und nicht zuletzt sähen „Manager, Modemacher, Werbetexter, [...] Wissenschaftler, Politiker und Journalisten im exotischen Wortschwall aus New York und Kalifornien die Chance [...] Weltläufigkeit zu demonstrieren und die simpelsten Aussagen mit einschüchterndem Englisch zu verbrämen.“





Danke, der Artikel hat alle meine Vermutungen zu dem Thema bestätigt.
Ich muss ein Wort finden, um diese Erscheinung von so einem homosexuellem Internationalismus-Schwuchteltum zu beschreiben. 'Schwul' reicht nicht aus, um die Konzentration an schwuler Energie überhaupt hier ordentlich bezeichnen zu können.

Ergi (Substantiv) und argr (Adjektiv) sind zwei altnordische Schimpfwörter, die Verweichlichung oder anderes unmännliches Verhalten bezeichnen. Argr (auch ragr) bedeutet "unmännlich" und ergi bedeutet "Unmännlichkeit".


Also:
Massive Anglizismennutzer sind arge Schwuchteln. Arg-Schwuchteln. Arge Erzschwuchteln. Arge Giga-Erzschwuchteln.
 

Pascal

Ledersockenstreicher
Habt ihr in eurer Umgebung auch übergreifende Anglifizierung und sprachliche Verwahrlosung eurer Muttersprache wahrgenommen, oder andere Meinungen zu dem Thema?
Stimmt schon. So lange ich verstehe, was gemeint ist und verstanden werde, ist mir das relativ egal. Ehrlich gesagt ist Englisch einfacher als Französisch oder Deutsch. Statt der lächerlichen dt. Rechtschreibreförmchen sollte die Deutsche Sprache konsequent vereinfacht werden. Dass z.B. Dingen ein Geschlecht zugesprochen wird, ist faktisch falsch und zeugt von einem geringen Grad an Aufklärung als sich Sprachen, die solchen Unsinn konservieren, verfestigt haben.
 

Schpinnenmann

Ledersockenstreicher
Stimmt schon. So lange ich verstehe, was gemeint ist und verstanden werde, ist mir das relativ egal. Ehrlich gesagt ist Englisch einfacher als Französisch oder Deutsch. Statt der lächerlichen dt. Rechtschreibreförmchen sollte die Deutsche Sprache konsequent vereinfacht werden. Dass z.B. Dingen ein Geschlecht zugesprochen wird, ist faktisch falsch und zeugt von einem geringen Grad an Aufklärung als sich Sprachen, die solchen Unsinn konservieren, verfestigt haben.
Hört sich rein utilitaritaristisch an. Ich habe keine Interesse daran und verlange auch nicht, dass meine Muttersprache, und die Sprachen anderer, sich vereinfachen muss, nur weil andere, oder ich, zu dämlich sind sich mit den Ungereimtheiten der Sprache vertraut zu machen und durch Gedächtnistraining zu erlernen. Je schwieriger meine Sprache für Ausstehende zu erlernen ist, umso besser, das erschwert Immigration und ich will keine Immigration.

Ich beneide daher Japan schon ein wenig, aber nur ein wenig, dass ihre Schrift allein 2 Silbenschriften (Hiraganda/Katakana) und ein Schriftzeichensystem (Kanji) besitzt und diese eine eigenartige Satzstellung haben, welche dem Türkischem ähnelt. Sogar Mandarin ist dem Deutschen im Satzbau ähnlicher.

Ich will es ihnen, Immigranten, nicht so einfach wie möglich machen, sondern es ihnen so schwer wie möglich machen.
 

Schpinnenmann

Ledersockenstreicher
OK, damit kann man ein Blase bilden, aber nicht die Welt übernehmen. Das überlässt man dann eben anderen. Die einem dann ihre Regeln aufdrücken, ob sie einem gefallen oder nicht.
Kommt dann drauf an, ob die Blase eine gesunde Geburtenrate hat, dann kann man auch Einfluss ausweiten, selbst mit einem für fremde Völker undurchdringlichem Schriftsystem, oder einer schweren Sprache. Da sollte man nicht alles auf Sprache reduzieren.
 

kebabremover

Ledersockenstreicher
Also ich nutz selbst ja auch allerlei Anglizismen. Normal wenn man im Weltnetz unterwegs ist. Ich verwehre mich auch bewusst der Haidersprache und den ganzen "Verdeutschungen" die man von Krautchan und so kennt. Weil ich das behindert finde.

Wie Kanaken reden, ist mir relativ egal, da ich mit denen nix zu tun habe, aber es ist wirklich schlimm, dass quasi keiner unter 20 eine korrekte Rechtschreibung drauf hat. Egal ob autochthon oder nicht.
 

Pascal

Ledersockenstreicher
Kommt dann drauf an, ob die Blase eine gesunde Geburtenrate hat, dann kann man auch Einfluss ausweiten, selbst mit einem für fremde Völker undurchdringlichem Schriftsystem, oder einer schweren Sprache. Da sollte man nicht alles auf Sprache reduzieren.
Warum nicht beides parallel? So etwas wie Plattdeutsch für die Blase und ein stark vereinfachtes Denglisch für Aussenhandel, Diplomatie, Geopolitik . . .
 

Schpinnenmann

Ledersockenstreicher
@Pascal
Ne. Die Deutsche Sprache ist mehr als nur Kommunikationsmittel, das mögen manche vielleicht in ihrer reduzierten Sichtweise so betrachten, aber Hochdeutsch ist ein Mosaikwerk von Generationen über Generationen und sowas sollte man nicht einfach in die Mülltonne treten, nur wegen Utilitarismus.

Wenn es jedoch darum geht, dass wir unsere komplexere Sprache für unsere Eigengruppe beibehalten und sowas wie eine internationale Verkehrssprache entwerfen für Ausländer, dann hätte ich nichts dagegen. Wurde ja schon vor mehr als hundert Jahren mehrfach vorgeschlagen.

 
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