Literatur

Charles Bukowski
"Der Mann mit der Ledertasche" Roman, "Gedichte die jemand schrieb, bevor er im 8. Stockwerk aus dem Fenster sprang" Gedichte, und "Aufzeichnungen eines Außenseiters" oder "Fuck Machine" Kurzgeschichten. Die dürften jeweils einen guten Einblick bieten, aber auch alles andere kann ich empfehlen. Man merkt schnell, ob der was für einen ist, oder nicht
 
Yukio Mishimas Tetralogie "Das Meer der Fruchtbarkeit". Die Lektüre seiner Werke sei ganz allgemein angeraten. Leider sind von den, in überschaubarer Anzahl und schwankender Übersetzungsqualität, auf Deutsch erschienenen Werken viele schon seit geraumer Zeit vergriffen und nur zu recht ungemütlichen Preisen erhältlich.
 

ToleranteHausfrau51

Ledersockenstreicher
Hanni und Nanni retten die Pferde

Hanni und Nanni sind nur zu Streichen im Internat Lindenhof aufgelegt. Sie sind auch bereit, sich mit Herz und Köpfchen für eine gute Sache einzusetzen. Die beiden Mädchen sind fest entschlossen, zwei ausgediente Pferde vor dem Schlachter zu retten. Die Zwillinge wollen allen beweisen, dass Tierliebe nicht nur ein Wort ist.
 

Tochter_Evropas

Honiggarde
Hanni und Nanni retten die Pferde

Hanni und Nanni sind nur zu Streichen im Internat Lindenhof aufgelegt. Sie sind auch bereit, sich mit Herz und Köpfchen für eine gute Sache einzusetzen. Die beiden Mädchen sind fest entschlossen, zwei ausgediente Pferde vor dem Schlachter zu retten. Die Zwillinge wollen allen beweisen, dass Tierliebe nicht nur ein Wort ist.
Kindheitserinnerungen
 

Proconsul

Wabenbauer
Yukio Mishimas Tetralogie "Das Meer der Fruchtbarkeit". Die Lektüre seiner Werke sei ganz allgemein angeraten. Leider sind von den, in überschaubarer Anzahl und schwankender Übersetzungsqualität, auf Deutsch erschienenen Werken viele schon seit geraumer Zeit vergriffen und nur zu recht ungemütlichen Preisen erhältlich.

Ich habe im letzten Jahr "Bekenntnisse einer Maske" (eine englische Übersetzung) gelesen, und lese gerade die Kurzgeschichtensammlung. Ich finde diesen Mann unglaublich faszinierend und möchte, sofern die Zeit es erlaubt, am liebsten alles lesen, was er sonst noch geschrieben hat. Ich wundere mich aber auch, warum er zur rechten/konservativen Ikone geworden ist. Er ist zum jünger'schen Opfergang bereit, aber nicht aufgrund einer Überzeugung, sondern aufgrund der reinen Ästhetik des Sterbens, oder genauer, des Heldentodes. Mishima hätte sich mit Pickelhaube vor Langemarck wie in Rotgardistenuniform vor Berlin ins feindliche Feuer geworfen, nur um heldenhaft zu sterben. Das verdient eine gewisse Bewunderung, ist weltanschaulich aber steril. Auch sein Tod war im Prinzip kein Produkt einer Bewegung, sondern eines Fetisch. Er ist ein ziemlich spannender Mensch.
 
Ich habe im letzten Jahr "Bekenntnisse einer Maske" (eine englische Übersetzung) gelesen, und lese gerade die Kurzgeschichtensammlung. Ich finde diesen Mann unglaublich faszinierend und möchte, sofern die Zeit es erlaubt, am liebsten alles lesen, was er sonst noch geschrieben hat. Ich wundere mich aber auch, warum er zur rechten/konservativen Ikone geworden ist. Er ist zum jünger'schen Opfergang bereit, aber nicht aufgrund einer Überzeugung, sondern aufgrund der reinen Ästhetik des Sterbens, oder genauer, des Heldentodes. Mishima hätte sich mit Pickelhaube vor Langemarck wie in Rotgardistenuniform vor Berlin ins feindliche Feuer geworfen, nur um heldenhaft zu sterben. Das verdient eine gewisse Bewunderung, ist weltanschaulich aber steril. Auch sein Tod war im Prinzip kein Produkt einer Bewegung, sondern eines Fetisch. Er ist ein ziemlich spannender Mensch.

Sicher hast du damit Recht, wenn du diesen Suizid als Zenit seiner Ästhetik und kunstvolles Siegel seiner Todessehnsucht beschreibst. Wahrscheinlich war dies sogar sein vorderster Antrieb, als glanzvoller Abgang nach der großen Darbietung, die sein Leben letztlich war. Aber als steril empfinde ich seine Überzeugungen dennoch nicht. Was, wenn nicht ein politisches Bekenntnis, sollte sein Sturm auf das Hauptquatier der Streitkräfte sein?
Es ist gut möglich, sogar sehr wahrscheinlich, dass Mishima nie von einem Gelingen seines Putsches ausging, indes trotzdem zuletzt nochmals das forderte, was ihn neben Schönheit und Tod stets umtrieb und auf's Gemüt schlug: Die Abkehr seines Landes von materialistischen Verirrungen, die Heiligkeit des Tennos und der Kampf gegen den Kommunismus.
Ihm lag durchaus aufrichtig etwas an der traditionellen Identität seines Volkes.
 

Proconsul

Wabenbauer
Nicht seine Überzeugungen waren steril – ich glaube so zu sterben wie er, erfordert schon ein gewisses Maß an Überzeugung – aber seine Weltanschauung halte ich für zumindest "nicht sehr ausgeprägt" (was ich im übrigen gar nicht schlimm finde, aber es wundert mich, dass er in rechten Kreisen so viel gelesen wird – er war vielleicht Asket, aber er war paradoxerweise auch gleichzeitig Hedonist, aber beides auf sehr stark sexualisierte Weise). Ich habe das etwas zu stark ausgedrückt. Ich wollte viel eher sagen, dass der Sturm aufs Hauptquartier vermutlich nicht mehr als ein willkommener (geplanter) Anlass war, um seine Vorstellung eines Heldentodes umzusetzen, als Ausdruck einer politischen Überzeugung. Eigentlich war es ein LARP. Er hat ja mal gesagt, dass er sehr bedauere, dass in der modernen Nachkriegsgesellschaft der Heldentod nicht mehr möglich sei. Letztendlich wird es ihm egal gewesen sein, ob die Kaiserherrschaft wieder hergestellt wird oder nicht, auch wenn es vom Motiv her vermutlich sehr gut in seine Ästhetik gepasst hat. Am Ende halte ich ihn, wie auch Jünger, in erster Linie für einen "konservativen Ästheten", nicht für einen politischen Menschen. Bei Mishima war es überaus ein Todesfetisch, welcher ja vorrangig sexueller Natur war.
 
Nicht seine Überzeugungen waren steril – ich glaube so zu sterben wie er, erfordert schon ein gewisses Maß an Überzeugung – aber seine Weltanschauung halte ich für zumindest "nicht sehr ausgeprägt" (was ich im übrigen gar nicht schlimm finde, aber es wundert mich, dass er in rechten Kreisen so viel gelesen wird – er war vielleicht Asket, aber er war paradoxerweise auch gleichzeitig Hedonist, aber beides auf sehr stark sexualisierte Weise). Ich habe das etwas zu stark ausgedrückt. Ich wollte viel eher sagen, dass der Sturm aufs Hauptquartier vermutlich nicht mehr als ein willkommener (geplanter) Anlass war, um seine Vorstellung eines Heldentodes umzusetzen, als Ausdruck einer politischen Überzeugung. Eigentlich war es ein LARP. Er hat ja mal gesagt, dass er sehr bedauere, dass in der modernen Nachkriegsgesellschaft der Heldentod nicht mehr möglich sei. Letztendlich wird es ihm egal gewesen sein, ob die Kaiserherrschaft wieder hergestellt wird oder nicht, auch wenn es vom Motiv her vermutlich sehr gut in seine Ästhetik gepasst hat. Am Ende halte ich ihn, wie auch Jünger, in erster Linie für einen "konservativen Ästheten", nicht für einen politischen Menschen. Bei Mishima war es überaus ein Todesfetisch, welcher ja vorrangig sexueller Natur war.

Ich denke, da liegst du schon sehr richtig. Auch wenn ich seine politischen Überzeugungen für genuin und aufrichtig halte, waren sie in ihrer Qualität mehr sentimentale Schwärmerei, als realistische Perspektive für ihn. Dass er sie trotz allem in die Tat umsetzte, nötigt mir einiges an Respekt ab. Aber dennoch, auch hier: Schwert und Feder, Geist und Tat als Weggefährten. Seine ästhetisierten Überzeugungen durchdrangen scheinbar jeden Abschnitt seines Lebens.
 
G

Gelöschtes Mitglied 590

Guest
Nicht seine Überzeugungen waren steril – ich glaube so zu sterben wie er, erfordert schon ein gewisses Maß an Überzeugung – aber seine Weltanschauung halte ich für zumindest "nicht sehr ausgeprägt" (was ich im übrigen gar nicht schlimm finde, aber es wundert mich, dass er in rechten Kreisen so viel gelesen wird – er war vielleicht Asket, aber er war paradoxerweise auch gleichzeitig Hedonist, aber beides auf sehr stark sexualisierte Weise). Ich habe das etwas zu stark ausgedrückt. Ich wollte viel eher sagen, dass der Sturm aufs Hauptquartier vermutlich nicht mehr als ein willkommener (geplanter) Anlass war, um seine Vorstellung eines Heldentodes umzusetzen, als Ausdruck einer politischen Überzeugung. Eigentlich war es ein LARP. Er hat ja mal gesagt, dass er sehr bedauere, dass in der modernen Nachkriegsgesellschaft der Heldentod nicht mehr möglich sei. Letztendlich wird es ihm egal gewesen sein, ob die Kaiserherrschaft wieder hergestellt wird oder nicht, auch wenn es vom Motiv her vermutlich sehr gut in seine Ästhetik gepasst hat. Am Ende halte ich ihn, wie auch Jünger, in erster Linie für einen "konservativen Ästheten", nicht für einen politischen Menschen. Bei Mishima war es überaus ein Todesfetisch, welcher ja vorrangig sexueller Natur war.
Dein Bild von rechts sein ist möglicherweise einfach scheiße.
Und diese ganzen Meme-Begriffe wie "LARP" verzerren, verkürzen und machen gar lächerlich.
Dass aber Menschen an etwas anknüpfen wollen bzw. eine Brücke zur Anknüpfung schaffen wollen, ist weder lächerlich noch reine Ästhetik. Offenbar muss dazu etwas im Inneren vorhanden sein.

Rechts sein ist mehr eine Weltsicht als Politisierung.
 

Proconsul

Wabenbauer
Um Mishima jetzt rechts war oder nicht, kann ich gar nicht beurteilen. In Japan kann das auch etwas anderes bedeutet haben, als hierzulande. Da politische Spektrum ist ja nicht universell und auch kultur- und geschichtsabhängig. Vielleicht hat er sich so gesehen, vermutlich aber eher als nationalistisch oder traditionalistisch, was im Nachkriegsjapan anders als im Nachkriegsdeutschland, bei den meisten Japanern selbstverständlich war. Spielt ja eigentlich auch keine Rolle. Es geht mir nicht um Diskussionen über Rechts oder Rechtssein und was es für dich, Waberossa, bedeutet. Es ging mir um die Person, um seinen Tod und die Ereignisse und Ansichten, die dazu führten. Konservativ war er gewiss, und das ja auch in Theorie und Tat. Aber für ihn war das alles halt auch sexuell sehr erregend und dabei sein Wunsch für ihn am größten, als Ritter von der Lanze, oder als Märtyrer vom Pfeil durchbohrt zu werden. Ich habe mich einfach gefragt, warum er in deutschen rechten Kreisen, auch bei IB und Co. so beliebt ist, wo man andere Menschen seines Schlages, in anderen Situationen, vielleicht als degeneriert bezeichnen würde, und gleichzeitig außer einer eher vagen Wertschätzung für den vergangenen Geist (und das kann in Japan, politisch, auch vieles bedeuten) und der Ablehnung des Materialismus ja nicht viel Handfestes bleibt. Ich habe da immer das Gefühl bekommen, dass bei Mishima vieles wortwörtlich genommen wird, was er vielleicht gar nicht wortwörtlich begriffen hat. Aber ich kann mich hier auch täuschen. Das ist mir nur aufgefallen.
 

Habicht

Federfreund der ersten Stunde
Teammitglied
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Wilhelm II

Sammler
Guten Morgen zusammen, jetzt gebe ich hier mal meine Tipps ab:

Michael Kohlhaas - ein zeitloser Klassiker wenn man etwas altertümliche Sprache mag!

Wer es etwas moderner mag, so kann ich von Frank Schätzing "Der Schwarm" empfehlen, ein 1000 Seiten Wälzer der über ein fiktives globales Katastrophenszenario handelt. Allerdings sehr wissenschaftlich unterfüttert und unglaublich gut geschrieben.

Für alle die sich militärhistorisch Interessieren ist "Verlorene Siege" von Erich v. Manstein Pflicht. Eines der herausragensten Bücher über den WW2 aus Sicht eines deutschen Generals/Feldmarschalls.
 
I

Irene Adler

Guest
@moonwoman
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"Ergänzungsliteratur"

„Der erste Trunk aus dem Becher der Naturwissenschaften macht atheistisch, aber auf dem Grund des Bechers wartet Gott.“

So hatte es der Physiker und Nobelpreisträger Werner Heisenberg vor rund 50 Jahren einmal formuliert. Für Heisenberg waren Wissenschaft und Religion nicht unvereinbar. Damit war er seiner Zeit weit voraus.
(Quelle Internet)
 
I

Irene Adler

Guest
Ich kann von hier im Winter, wenn die Bäume kein Laub tragen, bis zum Grünen Hügel gucken.
Ich war übrigens mal beim Public Viewing, ich mag Wagner nicht, aber Jean Paul is ganz cool.
 
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