Kartoffeln ungeschält kochen

HansWurst4569

Ledersockenstreicher
Manchmal koche ich meine Kartoffeln ohne sie vorher zu schälen. Besonders dann, wenn die Kartoffeln recht klein sind und das Schälen dadurch länger dauern würde und anstrengend wäre. Das schmeckt immer noch sehr gut und die Schale enthält immerhin viele Nährstoffe.
Macht ihr das auch so oder ist das abartig?
 

WheelchairLady

BeaLady
Teammitglied
Klar, das machen viele xD... Nennt sich normal Pellkartoffel und bei manchen kleinen Kartoffelsorten wird die Schale auch oft dran gelassen. Vor allem, wenn es Ofenkartoffeln werden sollen ;)

Aber bei älteren Kartoffeln würd ich es nicht mehr empfehlen, da sich grüne Stellen unter der Schale bilden können und da gibts schlimmes Bauchaua von XD
 

HansWurst4569

Ledersockenstreicher
Klar, das machen viele xD... Nennt sich normal Pellkartoffel und bei manchen kleinen Kartoffelsorten wird die Schale auch oft dran gelassen. Vor allem, wenn es Ofenkartoffeln werden sollen ;)

Aber bei älteren Kartoffeln würd ich es nicht mehr empfehlen, da sich grüne Stellen unter der Schale bilden können und da gibts schlimmes Bauchaua von XD
Oh wow, ich wusste gar nicht, dass sich die dann Pellkartoffeln nennen. :doof: Wieder was gelernt.
 

Arden Outlaw

Ledersockenstreicher
Mach ich auch nur so, sei denn die Kartoffeln kommen in die Suppe.

Pellkartoffeln kennt doch jedes Kind. Die hat schon der Reichsnährstand empfohlen um Kartoffeln zu sparen.
 

Dr. Pepe

Ledersockenstreicher
Vieles an Gemüse lässt sich super in der Mikrowelle garen. Dadurch bleiben mehr Nährstoffe enthalten, weil sie nicht durch das Kochwasser ausgeschwämmt werden.

Es ist allgemein bekannt, dass Kartoffelschalen giftig sind. Jetzt wollte ich es aber mal genau wissen, wie giftig wirklich? Und lagert sich das Gift im Köfper an? Viele Seiten bewerten das leider nur (leicht giftig, in kleinen Mengen nicht schlimm), geben aber keine Details. Diese beiden Seiten sind dagegen aufschlussreicher

Zusammengefasst: Kartoffeln enthalten Glykoalkaloide, besonders Solanin und Chaconin. Das Meiste befindet sich in der Schale, um Keimstellen herum, an grünen Stellen, an Verletzungen, aber auch in der Kartoffel selbst. Die Menge ist abhängig von der Sorte und der Lagerung. Bei überlagerten Kartoffeln steigt der Gehalt im Inneren der Kartoffel ebenfalls an, weshalb solche Kartoffeln gar nicht gegessen werden sollten. Der Glykoalkaloide-Gehalt kann stark variieren. Je nach Quelle enthält die rohe Kartoffel samlt Schale 20 bis 100 mg pro kg. Glykoalkaloide sind hitzebeständig. Die Menge reduziert sich durch den Garprozess nicht. Beim Kochen wird ein Teil aber ins Kochwasser ausgespült.
Vergiftungserscheinungen treten ab 1 mg bis 2 mg pro kg Körpergewicht auf. Eine Person mit 60 kg Körpergewicht kann folglich 60 bis 120 mg Glykoalkaloide vertragen. Für die müsste man selbst nach der konervativsten Angabe 600 g ungeschälte Kartoffeln essen. Eine übliche Portion ist kleiner. Interessant fand ich, dass 400 mg schon als tödlich gilt, während ein Vierteil der Menge eventuell noch nicht einmal bemerkt wird. Ob das so stimmt, keine Ahnung.
Vergiftungserscheinungen treten 4 bis 19 Stunden nach Einnahme auf. Es dauert, das heißt die gefährliche Menge ist bereits gegessen, bevor die Person etwas bemerkt. Leichte Symptome sind Kratzen im Hals, Kopfschmerzen, Durchfall und Erbrechen. Was dir im Falle einer Überdosis passieren kann, ist also in der Regel, dass es dir einfach richtig schlecht geht. Langfristige Schäden sind dagegen unwahrscheinlich. Scheint so giftig zu sein wie Alkohol, kann man also mal machen.
Ebenfalls interessant ist die Information, dass beim Kochen ungeschälte Kartoffeln weniger Nährstoffe durch das Wasser verlieren. Es ist tatsächlich nicht nur eine Frage der Vorliebe, ob jemand die Kartoffeln lieber vorher oder nachher schält, sondern auch eine Frage des Nährstoffgehalts.
Die Schale selbst enthält kaum Nährstoffe. Es ist somit nicht schade darum sie zu entfernen.

Aber nicht nur das Glykoalkaloide ist schädlich, sondern auch ein Keimhemmer, meistens Chlorpropham. Das lagert sich besonders in der Schale ab. Bio-Kartoffeln dürfen den Stoff nicht enthalten.
 
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